Cholesterin – die Mutter Teresa des Organismus
Interessierte Betrachter gesundheitlicher Belange sind in den letzten Jahren auf Aussagen wie „Cholesterin Lüge“ oder „Cholesterin der große Bluff“ gestoßen. Ich unterstelle einfach mal, dass jeder erst einmal recht verblüfft war in Anbetracht solcher Aussagen. So ging es zumindest mir. Nachdem ich mich gründlich mit dem Thema befasst habe, erlaube mir als kleine Zugabe “Mutter Teresa” mit ins Boot zu nehmen, um noch mehr Licht hineinzubringen.
Dokumentation von Arte „Cholesterin der große Bluff“
Was ist also die Motivation eines weiteren Cholesterin-Artikels?
Schlichtweg: die Heilpflanzentherapie (Phytotherapie) ist prädestiniert, in diesem Bereich gesundend einzuwirken, während von den Mitteln der Schulmedizin dringendst abzuraten ist. Als Cholesterinsenker werden Statine benutzt. Zahlreiche Studien und Untersuchungen belegen mittlerweile (z. B. eine Studie im Expert Review of Clinical Pharmacology veröffentlicht), dass die Einnahme von Statinen mit einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen – etwa Alzheimer, Depressionen oder Störungen der Hirnfunktion – verbunden ist.
Weitere Informationen zu den Nebenwirkungen finden Sie hier.
In der Kräuterheilkunde, dem Ayurveda sowie der chinesischen und tibetischen Medizin wird nicht das Cholesterin direkt behandelt, sondern die Leber und der gesamte Regelkreislauf des Verdauungstraktes. Ca. 90 % des im Körper vorhandenen Cholesterins werden in der Leber gebildet. Eine Senkung des Cholesterins erfolgt daher über die Leber, und diese sollte von jeglicher Chemie verschont werden, wenn wir ihre natürlichen Funktionen fördern wollen.
Aufgaben und Funktionen von Cholesterin
Zellstrukturen
- Bestandteil aller Zellmembranen
- Sorgt für Stabilität, Flexibilität und Schutz vor Umwelteinflüssen
Hormonbildung
-
Grundlage für zahlreiche Hormone:
Sexualhormone (Testosteron, Östrogen)
Cortisol (Stressreaktionen, Stoffwechselprozesse)
Verdauung
-
Bildung von Gallensäuren für die Fettverdauung
Schutzfunktionen
- Isolation von Nervenzellen durch Myelinscheiden
- Unterstützung bei Entzündungsprozessen
- Regeneration von Geweben
Gelenke und Gewebe
- Wirkt zusammen mit Lipiden als Schmierstoff
- Reduziert Reibung und erhält Gewebefunktion
Traditionelle Sicht (Ayurveda)
Zu niedriger Cholesterinspiegel kann zu:
- Knacken in den Gelenken
- Degenerativen Veränderungen
- Verminderter Libido führen
Warum kam das so äußerst wertvolle Cholesterin in Verruf?
So wie man der Erde, sprich unserer Natur, wertschätzend den Beinamen „Mutter“ schenkt, könnte man es auch beim Cholesterin tun: „Mutter Cholesterin“. Die Mutter ist von Natur aus gebend. Aus ihrem Schoß gedeiht das Kind, und was immer es braucht, gibt sie Tag und Nacht. Während der Vater später auch stur und unnachgiebig sein kann, zeigt sich die Mutter verzeihend.
In der ayurvedischen Lehre wird Cholesterin dem Dosha Erde (Kapha) zugeordnet, einer Verbindung von Erde und Wasser.
Die Qualitäten von Kapha sind:
Wo es ist, versucht es zu helfen. Im Magen schützt es vor der Säure, schmiert die Gelenke, beschützt die Nerven, Kapha-Moleküle können Wunden heilen, …
Zurück zur Ausgangsfrage: „Woher rührt das schlechte Image des Cholesterins?“
Kurz gesagt, man gelangt hier mitten in die Machenschaften von Wirtschaft und Politik, u. a. der Zuckerindustrie, die das Augenmerk auf Herzinfarktrisiken vom Zuckerkonsum ablenken wollte. Eine zentrale Rolle spielte der amerikanische Ernährungswissenschaftler Ancel Keys, der nachweislich seine groß angelegten Studien manipuliert hat (Sieben-Länder-Studie), um einen angeblichen Zusammenhang zwischen Schlaganfall, Herzinfarkt und hohen Cholesterinwerten aufzuzeigen.
„Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe“ (Churchill).
De facto konnte der Zusammenhang zwischen Cholesterin und erhöhtem Herzinfarktrisiko nicht belegt werden. Dennoch gehören Statine – die als Cholesterinsenker sehr häufig auch präventiv eingesetzt werden – zu den meistverkauften Medikamenten weltweit.
Größten Ursachen von Herzgefäßverkalkung:
- Diabetis
- Neigung zu Nierenversagen
- schnelles Absinken des Cholesterinspiegels
- Einnahme von Statinen
Kardiologe Dr. Michel de Lorgeril
Diese Aussage steht völlig konträr zur propagierten Cholesterinsenkung.
Gutes / schlechtes Cholesterin:
Cholesterin wurde in zwei Typen klassifiziert:
HDL „gute“ und LDL das „schlechte“ Cholesterin.
Nach 2 Millionen Jahren der Evolution produziert die Leber immer noch LDL, und wir schauen mal kurz drauf und sagen „phui, schlecht“.
LDL / HDL:
LDL: liefert und versorgt die Zellen.
HDL: transportiert alles ab, was wir nicht mehr brauchen. Dazu gehört der Überschuss an Cholesterin und Schadhaftes. Es ist also vergleichsweise eine Müllabfuhr.
Beides wird gleichermaßen gebraucht, und da gibt es natürlich kein Gut und Böse.
Bei der Suche nach dem Ursprung der Beinamen „gut“ und „schlecht“, geraten wir also wiederum in ein Kapitel der besagten Seifenopa hinein.
Wie ist dann der Cholesterin Normwert?
Ich möchte hier keine konkreten Zahlen nennen. Der gesunde Bereich liegt deutlich höher als die aktuell festgelegten Normwerte, die in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesenkt wurden.
Der Bedarf an Cholesterin ist variabel: er hängt ab von körperlicher Aktivität, Jahreszeit und anderen Faktoren. Mit zunehmendem Alter steigt der Bedarf natürlicherweise, zum Beispiel für Reparaturprozesse im Gewebe und den Gelenken. Entscheidend ist dabei nicht die Menge, sondern die Qualität des Cholesterins (siehe nächster Absatz).
Entscheidende Laborwerte:
Wer sich – insbesondere bei bestehender Herzerkrankung – ernsthaft mit der Einnahme von Statinen auseinandersetzt, sollte wissen, dass der LDL-Wert allein nur eine sehr begrenzte oder auch gar keine Aussagekraft hat. Entscheidend ist nicht das Cholesterin selbst, sondern wie viele LDL-Partikel im Blut zirkulieren und welche Qualität sie haben. Folgende beiden Laborparameter sind bezügliche der Einschätzung des atherogenen Risikos (Gefäßschädigung und Plaquebildung) deutlich aussagekräftiger:
- LDL-Partikelzahl (ApoB)
- small dense LDL (sdLDL).
Mehr über diese Parameter sowie weitere wichtige Laborwerte lesen Sie hier.
Nebenwirkungen von Statinen lesen Sie hier
Wenn Sie nicht blindlings den Leitlinien der Ärzteschaft folgen wollen (bei hohem LDL Wert sollten Statine unbedingt verschrieben werden), der sollte die benannten Laborwerte bestimmen lassen. Erst sie können eine Risikoeinschätzung gewährleisten im Gegensatz zu einem isolierte LDL-Wert. Unter kritischen Ärzten (z.B. Dr. DuBroff) gelten Statine – wenn überhaupt – primär in der Sekundärprävention, also bei bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, als diskutabel.
Therapie:
Warum wollen wir „Naturheilkundler“ einen zu hohen Cholesterinwert therapieren, wenn er laut meines Artikels einer Mutter Teresa gleichkommt?
Ein reiches Königshaus bietet zunächst alles, was ein Mensch zum Leben benötigt: Essen in Hülle und Fülle, Getränke jeglichen Geschmacks und einen bequemen, warmen Platz zum Schlafen. Das Leben der Adligen wurde seit jeher beneidet, doch man konnte beobachten, dass sie zu den sogenannten „Reiche-Leute-Krankheiten“ neigten.
Im Ayurveda gilt ein Mensch, bei dem das Erdelement vorherrscht (Kapha-Typus), als sehr gesund, mit starkem Immunsystem und von Natur aus gebend und liebevoll.
Wird dieses Erdelement jedoch übermäßig genährt und gerät zu stark in den Vordergrund, führt dies zu Trägheit, Übergewicht, Diabetes, Geschwülsten und ähnlichen Problemen.
Ganz wie in der Physik: Je größer die Masse eines Körpers, desto größer seine Trägheit. Entsprechend neigt man bei zu hohem Cholesterin (nicht nach Maßstab der gängigen Normwerte) zu zäh fließendem, dickem Blut. Cholesterin und Fette haben eine nährende, ölige, klebrige Qualität. Ganz so wie die „Übermutter“ ihr Kind zu sehr bemuttern und an sich festklammern kann, wirkt auch das zu hohe Cholesterin.
Zu konkreten therapeutischen Massnahmen lesen Sie hier.
Fazit:
Zuerst einmal „No Panik“ vor einem zu hohen Cholesterinwert. Wir betrachten ihn nicht als gefährlichen „Säbelzahn-Tiger“ und schießen drauflos. Wir nehmen das Gesamtgeschehen genauer unter die Lupe – einschließlich der individuellen Faktoren. Was ist im Ungleichgewicht? Wie verhält sich der Cholesterinwert im Verhältnis zum Alter? Bestehen bereits Herzerkrankungen oder Diabetes? In solchen Fällen sollten zusätzlich ApoB und gegebenenfalls sdLDL bestimmt werden.
Wir therapieren nicht mit Einzelstoffen, sondern mit einer behutsam zusammengestellten Kräutermischung. Sie folgt dem traditionellen Weg vom Mund über Magen, Darm, Leber und Niere bis zum Zielort, wobei sie an jeder Station korrigierend eingreifen kann und letztlich die Fließeigenschaften des Organismus verbessert. Mit dieser Verbesserung der Fließeigenschaften entfernen wir uns bewusst von reiner Symptombehandlung. Ehrfürchtig lehnen wir uns zurück und überlassen das Feld der Selbstregulation. Ayurveda beschreibt den gleichen Weg der Gesundung nur mit etwas anderen Worten. Nehmen wir zu guter Letzt noch die Schulmedizin mit ins Boot. Der berühmte deutsche Arzt und Forscher Rudolf Virchow, der als Begründer der modernen Pathologie Weltruhm erlangte, beschrieb es wunderbar prägnant wie folgt:
„Selbstregulation ist elementares Grundprinzip der Natur und jeglichen Lebens”.