Migräne – die große Schwester der Allergie

Die Migräne gehört zu einer der häufigsten Schmerzformen in unserer Gesellschaft. Es ist eine regelrechte Volkskrankheit. Demzufolge sind Migräne Patienten sehr häufig in den Arztpraxen und Naturheilpraxen anzutreffen.

Migräne und Kopfschmerzen:

In der Praxis gilt es erstmal diese beiden zu unterscheiden. Während die Migräne eine Erkrankung ist, ist zweiteres ein Allgemeinsymptom.
Einen Kopfschmerz hat wahrscheinlich so ziemlich jeder erwachsener Mensch schon einmal gehabt und braucht nicht näher beschrieben zu werden. Die häufigste Form ist der Spannungskopfschmerz.
Die Migräne unterscheidet sich deutlich von diesem. Sie zeichnet sich aus, indem sie als akute Schmerzattacke auftritt. Typischerweise tritt sie halbseitig auf (Das Wort Migräne stammt aus dem Griechischen Hemikranion und bedeutet „halber Schädel“).
In der Regel wird sie von weiteren Symptomen begleitet wie:
Übelkeit, Erbrechen, hoher Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Kreislaufproblemen, und es können auch Wahrnehmungsstörungen auftreten.

Sämtliche Migräne Formen verlaufen in vier Phasen, dazu gehören:

  • Vorbotenphase
  • Auraphase (tritt bei einem fünftel der Betroffenen auf. Wahrnehmungsstörungen wie optischen Halluzinationen)
  • Kopfschmerzphase
  • Rückbildungsphase

Wir wollen in dieser Abhandlung nicht detailliert auf die einzelnen Phasen eingehen. Auch nicht auf verschiedene Formen des Kopfschmerzes und der Migräne. Hauptaugenmerk soll das Verständnis der dahinter liegenden Prozesse und der therapeutischen Möglichkeiten sein.

Ursachen:

Die Ursache ist laut Schulmedizin weitgehendst unbekannt.
Diskutiert werden neurovaskuläre Prozesse im Hirnstamm, die auslösend sein sollen. Beobachtet wurde ein Wechsel von einer starken Gefäßverengung zu einer folgenden starken Gefäßerweiterung. Diese wird von starken schmerzhaften Entzündungsprozessen im benachbartem Gewebe begleitet. Es wurden Stresshormone ausgemacht, die die Gefäße verengen oder erweitern.
Die Naturheilkunde schaut wissbegierig was die wissenschaftliche Medizin herausgefunden hat und ist gespannt was noch folgt. Therapeutisch gesehen gibt es aber keinen Grund auf neue Erkenntnisse zu warten. Die dahinter liegenden Prozesse sind klar. Das korrigierende Einwirken auf diese ist von den Koryphäen der Zunft der Heilkunde seit Jahrhunderten erfolgreich praktiziert worden.
Dem heutigen ernsthaften Therapeuten, denen sich derartige Patienten vertrauensvoll zuwenden, obliegt es, das Wissen solcher Könner des Heilwesens zu begutachten, zu analysieren und daraus zu lernen.

Warum bedarf es keiner punktgenauen Therapie, wie es in der Schulmedizin notwenige ist?

Die einfache und kurze Antwort ist, da wir nicht mit synthetischen Stoffen umgehen, sondern mit komplexen, die in der Natur vorkommen. Dort liegt alles in Komplexen vor und diese stehen seit Millionen von Jahren in Interaktion. Während es keinerlei Einzelstoffe in der Natur gibt und unser Organismus sie auch erst seit recht kurzer Zeit kennt.
Das soll keine vernichtende Kritik an die Gabe von Einzelstoffen sein. Das wäre töricht. Nur geht man bei der Gabe mit ihnen anders um. Auch haben beide Prinzipien ihre ganz eigene Stärke.

Migräne – die große Schwester der Allergie und die kleine der Epilepsie.

Dieser Satz wird wahrscheinlich die meisten der verehrten Leser verwundern. Besonders der Zusammenhang mit der Epilepsie überrascht. Das scheint dann doch etwas zu weit zu gehen. Tatsächlich kann man solches in keiner Fachliteratur lesen und auch nicht in erlesenen Vorträgen hören.
Dieser Satz stammt von eben einer solchen Koryphäe, die ich zuvor ins Spiel brachte, um zu erinnern, dass genügend Wissen schon vorhanden ist. Es ist leider doch nicht so leicht sich an Ausnahme Könner aus dem Mittelalter oder dem Altertum zu wenden. Im Vergleich zu dem Medizin System Ayurveda, sind kaum alte Schriften übrig geblieben, die uns ein zusammenhängendes Konzept liefern.
Sein Name ist Klaus Krämer. Er hat kein Buch geschrieben. Zu sehr liebte er es am Patienten zu praktizieren, und im Unterricht mit seinen Schülern derlei Zusammenhänge immer wieder aufs Neue zu formulieren.

Zuallererst zur allergischen Komponente:

Allergie ist einfach gesagt eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf normalerweise harmlose Stoffe. Der Ausgangspunkt der Allergie ist eine allergisierte Darmschleimhaut. Hier liegt der Ursprung und hier muss therapeutisch angesetzt werden. Dieser Zusammenhang hatte mich überrascht als er mir aufgezeigt wurde. Ich bin da wohl bestimmt nicht der einzige. Und noch mehr Interessierte dieses Themas dürften über diesen Zusammenhang mit der Migräne überrascht sein. Ist sie doch quasi in der „obersten Etage“ zu lokalisieren, während in der untersten therapeutisch zu beginnen obliegt. Bei der allergischen Reaktion quellen die Schleimhäute auf, es kommt zur Ödematisierung (Flüssigkeitseinlagerung). Es entsteht ein Stau (Fülle) und damit eine Durchblutungsstörung (Leere) hinter dem Stau. Dieser Prozess kann reflektorisch an allen Schleimhäuten im Körper geschehen. Welche Region bevorzugt reagiert, das hängt im wesentlichen von der Veranlagung (Vererbung) des einzelnen ab.
Bei der Migräne quellen die Schleimhäute der Hirngefäße auf. Wie beschrieben kommt es zum Stau und zur Leere. Die Hirnschleimhäute allergisieren.

Jetzt zur Epilepsie:

Rein von der Krankheitslehre betrachtet gibt es die eindeutige Parallele, dass es in beiden Fällen zu neurologischen Ausfällen kommt. Und das anfallsweise. Der Zusammenhang hat sich für Klaus Krämer ganz einfach während seiner 50 jährigen intensivsten Praxisarbeit mit dem Patienten ergeben.

Die Heringsche Regel:

„Der Verlauf der Heilung geschieht in der umgekehrten Reihenfolge des Auftretens“.
D.h. die Krankheiten treten wieder auf in umgekehrter Reihenfolge ihrer Entstehung.

Und genau das hat Klaus Krämer bei der Therapie der Epilepsie beobachtet.
Auch hier wird es einige Verwunderung auslösen, dass die Epilepsie naturheilkundlich erfolgreich therapiert werden kann. Gilt sie doch als schwere Erkrankung und als nicht heilbar.
Ja, es ist eine sehr schwer zu therapierende Erkrankung. Erkennt man jedoch die Zusammenhänge, wird man langsam den Organismus umstimmen und ihm abgewöhnen solche „Faxen zu unternehmen.“
In etwa bei 3 bis 4 Jahren Therapie können die Anfälle gänzlich verschwinden. Und jetzt wieder zur Beobachtung von Klaus Krämer.
Bei den Epilepsie Patienten, die er über Jahre behandelt hat, hat er während seiner 50 jährigen Praxis Tätigkeit beobachtet, wie die Anfälle im Lauf der Zeit weniger wurden und schließlich eine zuvor nicht dagewesene Migräne hochkam. Die Anfälle blieben also aus und wurden von der Migräne abgelöst. Diese wiederum wurde langsam besänftigt, und es blieb am Ende die allergische Diathese übrig (Heringsche Regel). Am Ende verliert die Epilepsie beide Geschwisterteile. Ein neuer Bund wird dafür eingegangen. Die Heilkräuter sollten jetzt getreuer Gefährte des „Verlustigen“ werden.
Diese sollten sein Leben lang eingenommen werden, um das Geschwisterpaar (Migräne und Epilepsie) nicht wieder auferstehen zu lassen.

Therapie der Migräne:

die Schulmedizin beschränkt sich rein auf synthetische Arzneimittel. So genannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wirken schmerzstillend und entzündungshemmend, indem sie bestimmte Entzündungsmediatoren unterdrücken (Ibuprofen, Diclofenac,..).
Als Nebenwirkungen sind bekannt: Magen-Darm-Beschwerden, Störungen der Blutgerinnung und Analgetikaasthma.
Paracetamol wird ebenfalls häufig gegeben. Es gehört nicht zur Gruppe der NSAR.
Studien haben eine nicht unerhebliche lebertoxische Nebenwirkung bei längerem Gebrauch bescheinigt. In schwereren Fällen werden sogenannte Triptane verordnet.
In welchen Teufelskreis man geraten kann, sollte man sich für diesen Weg entscheiden, brauche ich hier nicht aufzuzeigen.
Auch hier wieder der Hinweis: für die Einnahme von solchen schmerzstillenden Synthetiker im Notfall ist überhaupt nichts zu sagen. Im Gegenteil ist es ein „Segen“ für uns Menschen, dass wir sie haben.Wer da so seine Zweifel hat, der probiert mal den netten Zahnarzt von nebenan und lehnt die synthetische Betäubung bei einer Wurzelsekretion dankend ab.

Naturheilkundliche Therapie:

Zur Therapie ist eigentlich schon das wesentlichste gesagt worden. Wir gehen in erster Linie mit antiallergischen Pflanzen vor. Hier heißt es weniger ist mehr. Kleine Reize heilen, stärkere lähmen, …
Wir haben das Glück mit einer großen Vielzahl von entsprechenden Heilpflanzen umgehen zu können. Diese werden auf jeweilige Konstitution und genauere Problematik abgestimmt. Bei einem sticht als stärkstes zB die Stresskomponente hervor, beim anderen sticht eine stark verspannte Halswirbelsäule hervor. Dem entsprechend wird die Kräuterkomposition und ergänzend verschiedene Mineralien individuell gewählt. Noch mal zur Betonung: wir therapieren mit einer Komposition von Kräutern und nicht mit Einzelgaben an Kräutern. Wie benötigen ein komplexes Herangehen, um dieses komplexe Geschehen zur Gesundung umzustimmen.
Dennoch möchte ich diese kurze Abhandlung nicht beenden ohne, dass ich wenigstens zwei treue Gehilfen vorstelle, die in vielen der verabreichten Kräuterrezepten vorzufinden sind.

Sandstrohblume:

Wenn der neuronale Aspekt (Nerven) im Vordergrund steht.
Sie steht in der Natur im Trockenen (Brandenburger Sandboden) ungeschützt vor der prallen Sonne. Ein ihrer Stärken ist es auf den Wärmehaushalt regulierend einzuwirken.

Pestwurz:

Wenn der allergoide Aspekt im Vordergrund steht. Sie wächst im Wässrigen (an Bachläufen und auf dem Schwämmland) und hat eben die Stärke sich in diesen Feuchtgebieten zu strukturieren und zu überleben. Diese Bedingungen finden wir in den allergisierten Schleimhäuten wieder.

Ayurvedische Sicht und Behandlungsweise:

Mit Hilfe Ayurveda fügen sich alle benötigten Elemente, die die Therapie der Migräne dienen zu einem ganzheitlichen Bild zusammen.Wir werden nicht umhinkommen über die richtige Ernährungsweise zu sprechen. Ebenso können Änderungen im „Lifstyle“ eine Rolle spielen. Über all dies gibt es aus ayurvedischer Sicht eine klare Vorstellung, die lange genug erprobt wurde.
Die ayurvedische Pulsdiagnose hilft uns den Prozess, der hinter der Erkrankung steckt zu erkennen. Alle drei Doshas (Vata, Pitta, Kaphar) können ursächlich für eine Migräne Erkrankung sein. Grundlegend für die Dysbalance der Elemente ist ein zu schwaches Agni (Feuer). Es gibt eine Vielzahl verschiedener Agnis aber das zentrale finden wir im Magen wieder. Und hier gehen wir wieder Hand in Hand mit der Naturheilkunde. Durch ein zu niedriges Agni, medizinisch ausgedrückt, eine mangelnde Enzymatik (allen voran die im Magen gebildete Salzsäure) Werden die Nährstoffe nicht entsprechend verstoffwechselt und bleiben sie körperfremd. Harmlose Stoffe werden als gefährlich angesehen. Es geschieht eine Überreaktion des Immunsystems und der ganze Blues einer allergischen Reaktion beginnt. Wir müssen also das Verdauungsfeuer erhöhen. Dementsprechend sinkt die Allergisierung.
Je nach erhöhtem Dosha wird der ganze Therapieplan erstellt.
Mit Hilfe äußerer Anwendungen erzielen wir einen schnelleren Erfolg.

Falls ein zuviel an Kaphar (Schleim) ursächlich ist, wird häufig Nasya, die ayurvedische Nasen Nebenhöhlen Reinigung, verabreicht.
Bei einem zuviel an Vata (Wind) kann die Gabe von speziellen Einläufen angezeigt sein.
Um Stress, Ängste, Sorgen zu regulieren, ist der Stirnguss das Mittel der Wahl.

Leicht könnte ich viele weitere Seiten füllen und die variantenreiche ayurvedische und naturheilkundliche Therapie zu beschreiben. Wir haben genügend Weisheit im Gepäck und eine Armee bereitwilliger Helfer, um die Migräne zur Vernunft zu bringen.
Um eine Vorstellung zu geben wie lange eine Therapie dauern kann, möchte ich meinen verehrten Lehrer Klaus Krämer noch zitieren:
„Wenn man die Migräne seit 14 Jahre hat, dauert die Therapie 4 Jahre und nicht 4 Monate.“

Vergessen sie nicht, dass Sie als Betroffener jeden Schritt selbst gehen. Es ist keine Therapie, die sie knebelt und unterjocht. Sie bekommen Gehilfen an die Hand, übernehmen Verantwortung und werden ihr eigener Arzt. Das bringt ein ganz anderes Gefühl mit sich, als die gängige Therapie, die ich weiter oben als erstes unter Therapie angeführt habe.

Kommentare

  1. Jakob schrieb am 30.März 2017:

    Vielen Dank für euren hilfreichen Beitrag.

    Ich bin schon seit Längerem ein ruhiger Mitleser.
    Und heute musste mich mal einen kurzen Kommentar
    schreiben bzw. mich mal bedanken.

    Macht genauso weiter, freue mich schon auf den nächsten Beitrag

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