Pestwurz – petasites hybridus

Gehört zur Familie der Korbblütler.

Namensgebung:

Petasites ist ein griechischer Name und stammt vom lateinischen Wort petasus ab. Es bezeichnet einen breitblättrigen Hut. Dem Namen „Pestwurz“ zufolge wurde ihr eine Wirkung gegen die Pest zugesprochen. Im Mittelalter meinte man aufgrund des unangenehmen Geruchs der Pflanzen, könne sie die Pest austreiben.

Botanik:

Es sind Frühblüher (März und April). Sie haben meist rötliche Röhrenblüten. Im ausgewachsenen Zustand können die herzförmigen Blätter (am Rand gezähnt) bis zu 90 cm breit sein. Es sind die breitesten der heimischen Flora. Sie sehen den Blättern der Klettenwurzel sehr ähnlich.

Vorkommen:

Die Pestwurz ist in ganz Europa, sowie in Nord – und Westasien vorzufinden. Sie stehen an Flussufern und in feuchten Wiesen. Sie können in den Alpen in einer Höhe bis 1440 m wachen.

Angewandter Pflanzenteil:

Die Wurzel der Pestwurz. lateinisch: Pestwurzel petasitidis radix. Wie viele andere Pflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide enthalten, wurde sie für den innerlichen Gebrauch verboten. Aufgrund der Art der Studien, aus denen das Verbot hervorging, ist dieses bei vielen Naturheilkundlern sehr strittig. Isoliert wirkt der Stoff anders als in der Wechselwirkung aller Stoffe der Pflanze. Der isolierte Stoff wird den Mäusen gegeben, worauf eine Lebertoxizität festgestellt wurde. Erhältlich ist nur noch das Standart Präparat „Petadolex“.

Wirkstoffe:

Sesquiterpenalkoholester wie Petasin und Isopetasin, ätherishes Öl, Flavonoide, Bitterstofflaktone, Schleim – und Gerbstoffe.

Wirkung:

Charakteristisch für sie ist, dass sie an fließenden Gewässern oder in Nasswiesen steht. Sie weiß also mit dem Wässrigen umzugehen. Dementsprechend wird sie den Pflanzen zugeordnet, die besonders auf unser Lymphsystem wirken (es ist ein offenes Fließsystem und zeichnet sich durch Selbstorganisation aus). Im Darm laufen in erster Linie Lymphprozesse ab. Zur Verstoffwechselung bis zur Aufnahme über die Dünndarmzotten braucht es jede Menge Lymphe (zB. zieht die Bauchspeicheldrüse ihre Mineralien aus der Bauchlymphe).
Die Pestwurz hat eine besondere Wirkung auf den Dünndarm. Hier geht es wässrig zu. Wässriges und fettiges kommen hier zusammen. Der Dünndarm durchmischt über die Verdauungslymphe und verschüttelt (Peristaltik) den Brei. Eingedickt wird erst im Dickdarm. Wenn die Durchmischung nicht genügend funktioniert, kommt es früher oder später zur Allergisierung. Jede Allergie hat ihren Ursprung im Verdauungstrakt.
Studien belegten eine deutliche antiallergische Wirkung der Pestwurz
Wenn wir jetzt noch zwei weitere Hauptwirkungen der Pestwurz hinzunehmen, ist es ein leichtes die therapeutische Verwendung abzuleiten:

  • Sie wirkt krampflösend (spasmolytisch): Petasin scheint für die entkrampfende Wirkung verantwortlich zu sein.
    Bronchien, ableitende Harnwege (Steinleiden), Darmspasmen, Gallenblasenspasmen. Migräne, Regelschmerzen…
  • Ihr Inhaltsstoff Isopetasin scheint für die deutliche entzündungswidrige Wirkung verantwortlich zu sein.
    Ihre schmerzstillende Wirkung ist noch nicht begründet, lässt sich aber schon aufgrund der deutlichen entkrampfenden und entzündungswidrigen Wirkung ableiten.

Die Pestwurz ist herausragend bei der Therapie von Migräne und Asthma.
Bei diesen bedarf es genau die hervorstechenden Wirkeigenschaften der Pestwurz, nämlich die antiallergische (beide Erkrankungen haben einen allergischen Aspekt) und die entkrampfende. Bei der Lungenwirkung kommt noch ihre restaurierende Eigenschaft der Schleimhäute, eine Schleimlösende und Hustenmildernde (durch Schleimgehalt) hinzu.

weitere Anwendungsgebiete:

Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Appetit anregend, Magengeschwüre, Darmentzündungen, Schmerzlinderung bei Wirbelsäulen Affektionen, auch bei Epilepsie einsetzbar (Zusammenhang Migräne). In der Schweiz ist sie in der Naturheilkunde als Krebsmittel bekannt, ähnlich wie bei uns die Mistel diesbezüglich gekannt ist.

 

 

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