Knochensuppe – Balsam für die Knochen, Gelenke, Haut und Darm

Die gesundheitliche Förderung, die uns ein regelmäßiger Verzehr von Knochensuppe beschert, ist so weitreichend, dass es kaum gebührend in einer Überschrift zusammengefasst werden kann. Das Wissen darum ist den verschiedensten Völkern dieser Erde auch schon seit altersher bekannt und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Auch hier in Deutschland ist es den betagten unter uns sehr vertraut. Schließlich hat der Supermarkt mehr und mehr die Oberhand betreffs Versorgung der Bevölkerung übernommen, und so wich dieses archaische Gericht dem scheinbaren Fortschritt.

Ein gewisser kritischer Geist ist uns Deutschen noch nicht abhanden gekommen und mit ihm wächst nach und nach das Bewußtsein von einer mafiösen Lebensmittel Industrie, die uns weniger mit Lebensmittel versorgt, sondern vielmehr mit „Krankheitsmittel“, die scheinbar billig in sogenannten „Super“- Märkten angepriesen werden. Dieser wachsenden Sehnsucht nach einer Alternative entspringt solch eine Wiederentdeckung der „Knochensuppe“. Wissenschaftliche Untersuchungen schließen sich diesem Bedürfnis nach Aufklärung an und belegen Uromas Erkenntnisse aufs genauste mit diversen Fachbegriffen aus Medizin und Biochemie.

Was unterscheidet Knochensuppe von anderen Nahrungsmitteln?

Über das stundenlange auskochen der Knochen gelangen wir an Substanzen, die in keinen anderen Nahrungsmittel erhalten sind oder nur in geringen Mengen. Wie folgend erklärt, gewinnen wir über das Auskochen des Knochenmarks Grundsubstanzen für den eigenen Aufbau unserer Knochen, Sehnen, Gelenkschmiere, Haut, Haare, Nägel. Die Stoffe aus der Tiefe des Knochenmarks wirken insbesondere in das Gebiet zwischen den Zellen hinein, der Matrix, die auch Transitstrecke genannt wird, wo der Stoffaustausch stattfindet, bioelektrische Prozesse stattfinden, durch welche die Verständigung zwischen den Zellen und den Schleimhäuten stattfindet. Mehr und mehr setzt es sich durch, dass unsere Gesundheit eben von dem Gleichgewicht der flüssigen Gebilde in dieser Transitstrecke abhängt. Eine Fehlregulation bereitet sich von dort auf die Zellen aus.

Knochenbrühe enthält die wesentlichen Gewebe Bildungsfaktoren:

Im folgenden möchte ich einen Überblick geben über die wesentlichen Inhaltsstoffe, die wir über das Kochen von Markknochen herausholen:

1. Kollagen und Elastin:

Es sind die Hauptbestandteile der Extrazellulärsubstanz. Sie verleihen dem Bindegewebe Halt und Struktur. Wird mehr Elastizität im Gewebe benötigt, finden wir einen erhöhten Elastin Gehalt im Gewebe vor.

Glycin – Prolin – Lycin:

Diese drei Aminosäuren Glycin, Prolin und Lysin lösen wir aus dem Knochenmark heraus. Sie bilden das Kollagen in unseren Geweben. Genau genommen sind es die Bausteine der Tripelhelix, das kleinste Strukturelement des Kollagens.

2. Glykosaminoglykane:

Sie stellen die zweite große Gruppe der Extrazellulärsubstanz da. Es sind Zuckerketten. In Verbindung mit Proteinen bilden sie noch größere Makromoleküle, die Proteoglykane

Glykosaminoglykane werden wie folgt eingeteilt:

3. Glykoproteine:

Glykoproteine verbinden die einzelnen Strukturen der Matrix miteinander.

4. Außerdem ist diese Brühe sehr reich an Mineralstoffe: 

Das war jetzt eine Armada von Fachbegriffen, die uns Otto Normal Verbraucher eher ermüden lassen. Sie sollten aber Erwähnung finden, da wir genannte Stoffe in zahlreiche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel gegen Gelenkbeschwerden, Cellulite und anderen Beschwerden finden können. Speziell die Aminosäuren Glycin, Prolin und Lycin, welche die Grundlage des Kollagens sind, werden von der Industrie umworben. Hyaluronsäure kennen die meisten mittlerweile. Es wird für eine bessere Gelenkschmiere, zur Falten Unterspritzung, Aufbesserung on Lippen, Brüsten und Pobacken usw. verwendet.  Chondroitin und Glucosamin (Bestandteile des Knorpels, der Sehnen und somit der Knochensuppe) finden wir ebenso in Nahrungsergänzungsmittel für Arthritis und anderen Gelenkbeschwerden. All diese Stoffe liefert uns die Knochensuppe.

Knochenbrühe hilft besonders bei:

Wenn es um den Aufbau insbesondere von Knochen, Sehen, Bänder und anderen Gewebearten (Haare, Zähne) geht, dann finden wir in der Knochensuppe alles notwendige dazu. Im Alter sollte sie ein oft gesehener Gast am Tische sein, denn sie vermindert den Abbau der Gewebearten. Wir können uns mit Hilfe der Knochensuppe die kleinsten Bestandteile (Aminosäuren), die es zum Aufbau der Gewebe gibt, zufügen. Somit hat unser Organismus die freie Verfügung sich seine Gewebe der Physiologie entsprechend zu bilden. Bei einem Mangel an Glycin oder Prolin werden daher auch als erstes Kollagene, also das was unter anderem in unseren Gelenken enthalten ist, abgebaut. 

Bei allen Gelenkbeschwerden:

Knochenbrühe wirkt günstig bei allen Gelenkbeschwerden (ua. über die entzündungswidrige Wirkung von Glycin und Prolin) und besonders gesundend auf degenerative Erkrankungen wie die Arthrose und Osteoporose.

Haut – und Darmbeschwerden:

Die in der Brühe enthaltene Stoffe Hyaluronsäure, Chondroitsäure, Glukosamin (gehören zu den Glukosaminoglykane) sind überall im Körper, wo Bindegewebe, Knorpel und Knochen sind. Im Darm und auf der Haut wirken sie wie eine Art Schmierfilm. Der gesamte Magen-Darm-Trakt ist mit Schleimhaut überzogen. Für die Bildung dieses Schleims sind die Glukosaminoglykane absolut notwendig. Die Gelatine sorgt auch für eine bessere Darmgesundheit, in dem sie die Darmschleimhaut stärkt und dadurch der Durchlässigkeit entgegenwirkt. Dies wirkt dem Leaky Gut – und Reizdarm Syndrom entgegen. Die Knochenbrühe ist ideal dafür geeignet, den Darm zu stärken und aufzubauen. Sie stärkt die Haut (in der Haut bindet die Hyaluronsäure Wasser) und verleiht ihr mehr Glanz und Feuchtigkeit.

Schwangerschaft und nach schweren Erkrankungen:

Bei langanhaltenden oder schweren Krankheiten wirkt sie aufbauend und stärkend. Sehr zu empfehlen ist die Knochensuppe für Frauen nach der Entbindung. Die Speicher müssen wieder gefüllt werden und die Milchbildung sollte über die Mineralien der Brühe unterstützt werden.

Immunssystem regulierend und stärkend: 

In der Brühe vorkommende Aminosäuren wie Arginin, Glutamin und Cystein stärken das Immunsystem. Darüber hinaus können sie Infektionen abschwächen.

Autoimmunerkrankungen

Fast alle Autoimmunerkrankten haben einen geschädigten Darm und daraus folgend eine Fehlleitung des Immunsystems. Die Gelatine beruhigt und ernährt die Darmschleimhaut und kann als Therapeutikum beim Leaky Gut Syndrom und den damit verbundenen Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden.

Knochenbrühe für Leistungssportler:

Durch täglichen intensiven Sport werden die Gelenke stark beansprucht. Ein ständiger Aufbau und Reparatur von Kochen – und Muskelgewebe ist vermehrt notwenig.

Weitreichende Wirkung:

Wenn man sich die Wirkungsweise dieser Aminosäuren (Glycin, Prolin) anschaut, gelangt man weit über die Grenzen der Bildung gesunder Gewebe hinaus. Glycin und Prolin spielen des weiteren eine Rolle auf den Hämoglobin Stoffwechsel, der Gallensäure Bildung, Bildung des Kreatin. Glycin ist Bestandteil von Glutathion (Radikalenfänger). Glycin und Prolin helfen den Blutzucker zu regulieren und beugen Arteriosklerose vor. Sie wirken antientzündlich auf die Gelenke. Speziell Prolin, aus dem die Aminosäure Hydroxyprolin gebildet wird, wirkt entzündungswidrig auf die Gelenke. Zudem hilft es die Arterien vor Verkalkung freizuhalten, und schützt somit vor Herzerkrankungen.

Aus ayurvedischer Sicht:

Die Gunst eines solchen Systems ist es, uns zu verhelfen, die Dinge etwas differenzierter zu betrachten. Es verhilft uns zu einer gewissen Struktur im Denken ebenso wie das Kollagen unseren Stoffwechselprozessen die nötige Ordnung verschafft. Ohne die strukturiernde Elemente, die unsere Organe filigran voneinander trennen, unser Blut in die richtige Richtung laufen lassen, die unsere verschiedene Säfte trennen, unser Gehirn schützen und so fort, ist Leben nicht möglich. Ohne ein Gedankensystem neigen wir dazu eine Idee auf alle Menschen und Situationen zu übertragen. Die Struktur gebenden Stoffe (Kollagen, Elastin) wissen wo sie mehr oder weniger Elastin in das Strickmuster einflechten; da wo es eben vonnöten ist. So zB in der Aorta, die durch ihre Elastizität das druckvolle Pulsieren des Blutes abfangen kann. Auch das ayurvedische Medizin System enthält genügend Elastin, damit wir Anwender nicht in Starrsicht verfallen, sondern ein freies Denken entwickeln. Und aus dieser Freiheit des Denkens fällt es uns leicht, die Knochensuppe in die ayurvedische Lebensweise einzubringen. Wir sind dankbar für die Überlieferung Ayurvedas und damit für die Möglichkeit deren Anwendung, und wir fühlen uns so frei unsere Klimazone in Mitteleuropa, unsere Heilpflanzen, Gemüsesorten, sowie die seit Generationen typischen Lebensweisen mit in unsere Überlegungen einzubeziehen. Die ayurvedische, chinesische und die tibetische Medizin entstanden alle aus einer gemeinsamen Wurzel. Sie haben alle die Elementen Lehre als Grundlage und eine sehr ähnliche Philosophie. Mit den Jahrhunderten hat jede für sich ihre besonderen Qualitäten entwickelt (die chinesische Medizin zB. die Akupunktur). Das Klima in China und in Tibet kommt dem in Deutschland sehr viel näher als jenes in Indien. Und somit kommt sowohl tibetische – als auch die chinesische Ernährungsweise, die deftiger und in der Fleisch eine Rolle spielt, unserer viel näher. Trotz Religiosität und großem Respekt vor Natur und Tieren war der Fleischkonsum und die Knochensuppe immer ein Teil ihrer Ernährung. Während die „Weisen und Heiligen“ in Indien zeitlebens die vegetarischen Lebensweise propagierten. Was auch immer moralisch und ethisch richtig oder falsch ist, der Verzehr und damit die Lagerung von Fleisch war für die Inder jahrtausendelang ein Problem und eine Gefahr für die Gesundheit. In kälteren, raueren Klimazonen gibt das Fleisch dem Menschen Kraft und Wärme.

Kollagen gibt uns Struktur und dies ist auch die vorherrschende Eigenschaft des Erdelementes. Es ist die Substanz, die zu geben weiß, Kraft verleiht, Stabilität und schützt (die Ummantelung der Nerven wird dem Erdelement zugeordnet). Demzufolge können wir die Knochensuppe als Stärkung von Kapha (Erde) zuordnen.
Die Knochensuppe kann uns allen zu gewissen Zeiten mehr oder weniger unterstützen. Die Kapha Persönlichkeit, die sich durch einen stabilen Körperbau, kräftigen Knochenbau, gute Zähne, kräftiges Haar, Beständigkeit und Geduld auszeichnen, ist rar gesät in unserer Gesellschaft. Aus ayurvedischer Sicht ist der regelmäßige Verzehr von Knochenbrühe besonders zu empfehlen im Kindheitsalter, in dem Knochen, Sehnen, Muskeln verstärkt aufgebaut werden. Im Alter, wenn der Stoffwechsel abnimmt, die Bildung des Kollagens nachläßt und wir zu Degenerationen neigen, sollte die Knochensuppe wieder vermehrt Verwendung finden. In jeglichen Schwächephasen zwischen Kindheit und Alter bringt sie uns Stärkung. Stärkung nach der Entbindung, nach Operationen, langen Erkrankungen, nach Knochenverletzungen; besonders bei Leistungssportlern, deren Gelenke enorm beansprucht werden. Für blasse kachektische Konstitutionen und bei degenerativen Erkrankungen wie die Arthrose, bei der sich die Knorpelsubstanz abbaut, und die Gelenkflüssigkeit ungenügend gebildet wird.

Fazit:

Im Zuge der Bestrebung eine gesunde Alternative zu den mit Zusatzstoffen belasteten, degenerierten  Lebensmittel aus dem Supermarkt zu finden, sind wir wieder auf die wunderbare Knochensuppe gestoßen. Andere wiederum blieben bei den Marktschreiern der Nahrungsergänzungsmittel kleben, bevor sie in den Genuss der Kraftbrühe kamen. Da ja im Gemüse immer weniger, durch Genmanipulation, schnelle Aufzucht, zu frühes Ernten und langes Lagern, an Nährstoffe enthalten ist, müssen wir uns mit einer Palette von Mitteln verhelfen. Solche Argumente machen unbestritten Sinn. Doch spart euch das Geld und holt euch die ersehnten Stoffe aus der Knochensuppe. Die Industrie der Nahrungsergänzungsmittel ist auch trügerisch, fügt Stoffe zur Haltbarkeit hinzu, synthetisiert und isoliert Stoffe, deklariert aber alles mit „reines Naturprodukt“. Mit der Knochensuppe verweilen wir nicht nur innerhalb unserer Nahrungskette, derer wir uns jahrtausendelang schon bedienen, sondern wir beschenken uns auch mit einem sinnlichen Erleben. Ganz im Gegensatz zum unsinnlichen Einnehmen der Ergänzungsmittel, durchlaufen wir jeden Schritt der Entstehung dieser kostbaren Brühe. Und wir können ein Abendessen daraus bereiten, das wir gemeinsam genießen können. Es lohnt sich genügend Brühe zuzubereiten und in eins, zwei Gläser abzufüllen, und für die nächsten Tage als Grundlage für eine weitere Suppe aufzubewahren.
Für die strikten Vegetarier ist es verständlicherweise keine Option. Vielleicht wird der einer oder andere jedoch inspiriert bei Schwächezuständen von Angehörigen an die Knochensuppe zu denken. Oder das Heranwachsen der eigenen Kinder von Zeit zu Zeit mit dieser gehaltvollen Brühe zu fördern.

Bedenkt, dass die Knochen ja schon vorhanden sind. Früher hat man, wenn ein Tier geschlachtet wurde, alles  genutzt und verwertet. Mit der Massentierhaltung fing es an, dass man vieles vom Tier wegschmiss (wenn man sich im Supermarkt anschaut, was angeboten wird, wohl das meiste). Das ist kein respektvolles und verantwortungsvolles Handeln. Wir sollten beim Kauf auf artgerechte Haltung aus Biohöfen achten. Die Knochen wieder zu verwerten statt wegzuwerfen, dient nicht nur unserer Gesundheit, sondern hat etwas mit ethischem Handeln zu tun.

Statt unser Geld blindlings denen in die Hände zu geben, die auf unsere Dummheit setzen, bereiten wir uns dieses kostbare Elixier selbst zu.

Knochensuppe Rezept:

500g Knochen vom Rind (unbedingt auch Markknochen) auf 1.5 Liter. Knochen sollen mit Wasser bedeckt sein. Gemüse nach Belieben.

Wichtig ist es die Knochen kalt anzusetzen, und dann zu erwärmen bis zum Köcheln. Durch das kalt ansetzen werden mehr Mineralien frei. Geben sie gleich am Anfang auch einen Eßlöffel Apfelessig oder Zitronensaft dazu. Dies fördert das Herauslösen der Minerale. Würzen sie schon am Anfang mit zwei Lorbeerblättern, Wacholderbeeren, Salz, Pfefferkörner …..  Die Suppe soll 6 bis 10 Std. leicht köcheln. Wenn sie nicht die ganze Zeit zu Hause sein können, dann können sie das in mehreren Schritten machen. Das erneute Erwärmen der erkalten Brühe ist sogar vorteilhaft. Sie können zwischenzeitlich eine ganze Bio-Karotte, eine halbe ungeschälte Bio-Zwiebel und ein Stück Sellerie dazugeben. Wenn die Suppe fertig ist, nehmen sie sie wieder heraus, da sie völlig zerkocht sind. Sieben sie die Suppe und die Knochenbrühe ist fertig. Sie können auch einen Teil der Brühe in Gläsern abfüllen, im Kühlschrank aufbewahren und in den nächsten Tagen weitere Suppen anrichten. In dem verbleibenden Teil der Brühe kochen sie das Suppengemüse ihrer Wahl weiter. Muskatnuss eignet sich ebenfalls zum Würzen.

Kommentare

  1. Sabine Schulz schrieb am 22.März 2019:

    Lieber Herr. Koch,
    Ich habe die Knochensuppe gekocht undie auch das Green hergestellt was ich schon kenne. Bin sehr begeistert über die guten Eigenschften. Ich hatte mich bei dem kommenden Vortrag zwar mit Mutter angemeldet aber sie ist nicht soweit alles aufzunehmen. Ich selbst habe im Immanuel Kh. Jetzt einen Termin bei einer ayurvedischen Ärztin bekommen. Habe einfach auch zu viele Beschwerden. Werde mir aber den Vortrag anhören . Vielleicht hab ich bis dahin auch schon einige Vorschläge erhalten. Sie haben mich jedenfalls mächtig motiviert und werde bestimmt auch mal einen Termin bei Ihnen machen . Mit vielen freundlichen Grüßen Sabine Schulz

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