Reizdarmsyndrom – colon irritable

Der Reizdarm (colon irretable) ist ein Oberbegriff, der viele unterschiedliche Beschwerden im Verdauungstrakt einschließt:

Symptomatik

Druckgefühl im Unterbauch, Schmerzen teilweise krampfhaft, Völlegefühl (Dyspepsie), Blähungen, Durchfall und ebenso Verstopfung.

Wie kommt es zum Reizdarm?

Das Wesentliche beim Reizdarm ist die gestörte vegetative Tonuslage in Verbindung mit einer emotionalen Labilität (Dr. Rudolf Fritz Weiß).

“Tonus” bezeichnet einen Spannungszustand. In unserem Falle ist es der Darm. Der Spasmus des Darmes ist auch das, was der Arzt als krankhaft diagnostizieren kann. “Vegetative” bezieht sich darauf, dass die Verdauung vom vegetativen Nervensystem kontrolliert wird. Dieses Nervensystem arbeitet weitgehend unabhängig vom Gehirn. Das ist auch gut so, denn es kontrolliert lebenswichtige Funktionen wie das Atmen. Somit können wir hochentwickelten Menschen, die gerne auch zur Vergesslichkeit neigen, das so lebenswichtige Atmen vergessen, und nehmen keinen Schaden.

Das „zweite Hirn“ – Wurzel des Reizdarmes

Wir haben alle schon vom “Bauchhirn” gehört. Es zeigt sich immer mehr in der Wissenschaft wie ernst dieser Begriff zu nehmen ist. Dieses Nervengeflecht, das den Bauchraum durchzieht, ist von der Struktur her genauso komplex aufgebaut wie unser Hirn.

Daher wird es auch als das “zweite Hirn” bezeichnet. Und genau hier liegt die Wurzel  der Problematik des Reizdarmes. Die Funktion unseres zweiten Hirns ist gestört und somit überfordert. Wenn man das Wort “überfordert” hört denkt man ja schnell mal, “ Na hab dich doch nicht so”. Halten wir uns einmal vor Augen seit wie vielen Jahren unser Verdauungssystem die täglichen hochkomplizierten Verdauungsvorgänge verrichtet. Oft ohne Sinn und Verstand geben wir die unterschiedlichsten Gemische in unsere Mündlein hinein. Ganz nach dem Motto “nach mir die Sintflut”.  Ungeachtet der Uhrzeit und ungeachtet, ob die Verarbeitungsmaschinerie schon bereit ist. Diese muss was immer auch ankommt zerkleinern und letztendlich alles gut zusammenmischen; wässriges mit öligem, was ja ohne “Mittelsmänner” nicht geht.

Sollten die so tüchtigen Mittelsmänner nicht in ausreichender Anzahl an Ort und Stelle sein, läuft es auch mal nicht so harmonisch ab. Der eine oder andere Kampf wird verloren, und wir registrieren das innere Kriegsgeschrei möglicherweise als Allergie. Schon die alten Heilkundler wussten, dass die Allergie im Darm anfängt. Und nur über das in Ordnung bringen des Verdauungssystems kann eine Allergie erfolgreich therapiert werden.

Zurück zu unserem eingeführten Wort “Überforderung”. Wenn man überfordert ist, dann kann man schon einmal verkrampfen, oder? Diese Dinge an sich selbst zu beobachten scheint ja schwieriger als bei anderen. Also öffnen wir unsere Augen einmal unseren Mitmenschen gegenüber, wenn wir ihre Wege auf den Bürgersteigen täglich kreuzen. Oder leichter ist es in den Straßenbahnen und U – Bahnen zu beobachten, wie so viele von uns ihre Lippen verkniffen haben. Jene, die doch so sehr für Sinnlichkeit stehen.

Und warum? Es reicht ein Smartphone in der Hand und ein in Bewegung sich befindender Daumen. Hier kann man wirklich nicht von einem Kriegsschauplatz sprechen. Handelt es sich doch meist, diese Vermutung nehme ich mir mal heraus, um eine einfach gestrickte Kommunikation. “ Bin auf dem Weg. Kannst ja schonmal das Wasser aufsetzen ”.

Nichts von der Brisanz, in der so ein kleiner Mittelsmann steckt, wenn eine signalfarbene Chips, in der Höhe des Matterhorns, im Begriff ist über ihn einzustürzen. Bei Kindern kann man beobachten, dass sie aus Angst mal in die Hosen machen. Den Erwachsenen kann das auch passieren. Oder sie reagieren mit Verstopfung auf länger anhaltenden Stress. Und so vielfältig sind die Symptome des colon irritables.

Kommunikation des „ersten Hirns“ und „zweiten Hirns“

Spannen wir den Bogen noch etwas weiter.
Das „erste Hirn“ steht mit dem „zweiten“ in Verbindung und umgekehrt.
Die Nervenzellen tauschen untereinander Informationen aus.
Dieses geschieht wiederum über “Mittelsmänner”. Diese “Botenstoffe” haben eine andere Spezialisierung erfahren als die “Enzyme” im Darm. Beide entstammen der selben Mutter, die “Darmschleimhaut”. So ist es mittlerweile erwiesen, dass 95 % des “Glückshormons” Serotonin im Darm produziert wird. 
Mit der Erwähnung des Serotonins sind wir auch mittendrin im Reich der Gefühle.

Vorgänge im Bauch wirken sich ebenso auf unsere Gefühle aus, wie die Gefühle Einfluss auf das Geschehen im Bauchraum nehmen können. Bei einem nicht in gut funktionierenden Verdauungssystems, sprich des zweiten Hirns, ist auch die Produktion des “Glückshormons” Serotonins unzureichend. Auch im Falle einer psychischen Störung können wir im gleichen Maßen sagen, dass die Therapie des Verdauungssystems nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Die psychische Komponente ist nicht aus den Therapie des Reizdarmes herauszunehmen. Stress oder emotionale Probleme, die auf das menschliche Hirn einwirken, werden also auch an die Verdauung weitergeleitet.

Therapie

Ausführlich haben wir die Komplexität der Vorgänge, die hinter dem Reizdarm stecken, erörtert. Da versteht es sich von selbst, dass eine einfache chemische Mittelgabe hier völlig fehl am Platz ist. Ein Einzelnes chemisches Mittel kann nicht nur nichts in diesem komplexen Geschehen ausrichtet, es wird das System sogar noch mehr belasten und betroffenes noch weiter ins Leid treiben.

Natürlich können einmal einzelne Symptome wie Durchfall oder Verstopfung, die aus dem Ruder geraten sind, kurzfristig mit chemischen Mittel korrigiert werden. Grundsätzlich müssen wir mit Gehilfen umgehen, die diese Kriegsschauplätze schon Millionen von Jahren kennen.

Und da sind wir bei der Pflanzenwelt, die lange daran gearbeitet hat die Erde für uns belebbar zu machen. Sie sind über Millionen von Jahren bestens trainiert und gewohnt mit den unterschiedlichsten Energien und Widrigkeiten umzugehen und dürres, unfruchtbares Land zu begrünen, und das Wasser wieder aus den Tiefen hervorkommen zu lassen.

Anwendung von Heilpflanzen

In der Nutzung der “Heilpflanzen” zur Gesundung haben schon die alten Heilkundler gewusst, dass es viel geschickter und erfolgsversprechender ist, einer Heilpflanze mehrere Kumpanen mitzugeben auf der Reise in unseren Verdauungstrakt. So wird es eine Truppe. Man könnte sagen “Spezialeinheit”, die bestens ausgerüstet ist für die Art der Schlacht, in die wir sie begeben. Spezielleres zu den zu verordneten Pflanzen möchten wir hier nicht sagen. Es gibt nicht das eine Rezept, das den Erfolg bringt. Die “Spezialeinheit” muss auf die zu behandelnde Person individuell abgestimmt sein. Sie müssen auf das vegetative Nervensystem gekonnt einwirken können. Und ebenso direkt auf die gereizte Darmschleimhaut.

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