Erhöhte Cholesterinwerte ganzheitlich behandeln
Bevor wir konkret zu Ernährungsempfehlungen und zu der Wirksamkeit von Heilpflanzen zur Regulierung der Cholesterinwerte noch ein paar allgemeine Hinweise.
Therapeutische Herangehensweise
Bei der Frage, wie sich erhöhte Cholesterinwerte ganzheitlich behandeln lassen, therapieren wir nicht einzelne Laborwerte, sondern einen Gesamtzusammenhang.
Hinter einem Symptom steckt ein energetischer Prozess. Um diesen geht es, wenn wir gesundend therapieren wollen. Ist die Enzymatik der Leber schwach, kann der Cholesterinstoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten. Warum ist der Leberstoffwechsel schwächer geworden? Liegt der Grund in der Lebensweise und Ernährung? Gibt es vermehrt Entzündungsprozesse im Körper und degenerative Veränderungen?
Wenn wir störende Faktoren reduzieren und den Leberstoffwechsel in Ordnung bringen, ist die Leber in der Lage, jene Cholesterinmenge zu bilden, die für den Organismus sinnvoll und notwendig ist. Angesichts der Komplexität der Geschehnisse wollen wir dem Organismus nichts mit der Chemiekeule aufzwingen, sprich wie ein Elefant in den Porzellanladen poltern, sondern verhelfen ihm mit sanften Impulsen auf die Sprünge.
„Sanfte Impulse heilen, starke lähmen, …“
Hier liegt die Stärke der Pflanzenheilkunde. Sie arbeitet nicht mit Einzelstoffen, sondern mit einer Gesamtkomposition von Wirkstoffen. Ein Gesamtgeschehen kann man nicht mit einem Einzelstoff ins Gleichgewicht bringen. Nur eine kleine Skizze eines weitaus komplexeren Systems:
Wir kümmern wir uns um die Fließeigenschaften im Organismus, da einer der Problematiken bei zu hohen Cholesterinwerten die „Dickflüssigkeit des Blutes“ ist. Die verbesserte Gallenproduktion, die wir mit typischen Leberpflanzen bewirken, entstaut die Leber und den gesamten Verdauungstrakt. Die entstaute Leber entlastet das venöse System und damit das Herz. Und so wird ein Schuh draus – oder, poetischer gesagt, ein Lied draus.
Eigenverantwortung und Begleitung
Vieles kann der Betroffene selbst tun, und dieser Artikel soll dabei unterstützen. Für die Betrachtung des individuellen Gesamtgeschehens und die Auswahl einer komplexen Heilpflanzenkombination, empfehle ich die Zusammenarbeit mit einem Heilpraktiker, speziell einem Phytotherapeuten.
Ganzheitliche Therapie
In epidemiologischen Studien zeigt sich, dass im mediterranen Raum die Rate an Herzinfarkten vergleichsweise niedrig ist. Auffällig ist dabei, dass diese Ernährung keineswegs cholesterinarm ist: Wurstwaren, Käse (z. B. Ziegenkäse), Olivenöl und fettreiche Speisen gehören selbstverständlich dazu. Ausschlaggebend ist also nicht wie viel Cholesterin in der Nahrung steckt, sondern wie die Nahrungsfette im Stoffwechsel verarbeitet werden
Förderliche Ernährung
- Ein zentraler Punkt ist die Reduktion von Kohlenhydraten und insbesondere von Industriezucker. Hohe Zuckerzufuhr fördert Triglyzeride, Insulinresistenz und die Bildung ungünstiger LDL-Fraktionen.
- Hochwertige Fette sollten bevorzugt werden. Insbesondere Omega-3-Fettsäuren wirken günstig auf Entzündungsprozesse, Triglyzeride und die Qualität der Lipoproteine bzw. günstig auf das gesamte Cholesterinprofil.
Empfehlenswert sind gereinigte, oxidationsarme Omega-3-Öle aus Fisch (z. B. Sardine/Anchovis) oder aus Algen. Ein qualitativ hochwertiges Öl zeichnet sich durch:- hohe EPA- und DHA-Gehalte
- geringe Oxidationswerte
- transparente Herkunft und Laboranalysen
- Knoblauch und Zwiebeln unterstützen den Fettstoffwechsel, wirken gefäßschützend (“entfetten die Gefäße”) und beeinflussen die Blutviskosität positiv.
- Eine ausreichende Zufuhr von Bitterstoffen (z. B. über Salate, Kräuter, Artischocke) fördert Galle, Verdauung und Fettstoffwechsel.
Schutz vor Herzinfarkt:
Regelmäßige Bewegung ist die beste Medizin diesbezüglich. Ebenso wichtig sind der Verzicht auf Rauchen und die Kontrolle des Körpergewichts. Die Heilpflanzentherapie bietet ebenfalls eine wichtige Vorsorge vor den Herzinfarkt.
Beachtung der Psyche
Ein gestörter Leberstoffwechsel und Herzbelastung hängen eng mit emotionalen Prozessen zusammen. In den östlichen Medizinsystemen wird das Herz als Sitz der Gefühle gesehen („da geht mir das Herz auf”, „mir wird schwer ums Herz“). Auch die Leber ist stark mit Emotionen verbunden, insbesondere mit Wut. Dies wussten bereits die alten Griechen, weshalb Menschen mit stark ausgeprägter Wut als „Cholerika“ bezeichnet wurden – vom griechischen chole für Galle.
Cholesterinregulation mit Heilpflanzen
Um auf den Cholesterinstoffwechsel Einfluss zu nehmen, gibt es nicht den einen Hebel und auch nicht die eine „Wunderpflanze“. Cholesterin ist in zahlreiche Stoffwechselprozesse eingebunden, entsprechend vielfältig sind die Ansatzpunkte. In der Pflanzenheilkunde wird daher nicht blockiert oder unterdrückt, sondern reguliert – der Organismus bleibt aktiv beteiligt, und seine Selbstregulationsfähigkeit wird unterstützt.
Leberstoffwechsel – zentrale Schaltstelle
Die Leber steht im Zentrum des Cholesterinstoffwechsels. Sie produziert, wandelt um, baut ab und steuert die Weitergabe über die Galle. Entsprechend wichtig ist es, ihre Funktion zu unterstützen.
Bewährt haben sich hier Pflanzen aus der Familie der Korbblütler. Milchsaftführende Pflanzen wie Löwenzahn oder Wegwarte fördern den Gallenfluss und verbessern die Emulsion von Fetten. Dadurch wird der Fett- und Cholesterinstoffwechsel entlastet.
Weitere klassische Leberpflanzen sind Artischockenblätter und Klettenwurzel, die regulierend auf Leberstoffwechsel, Galle und Fettverdauung wirken.
Kreuzblütler – Aktivierung über Senföle
Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler wirken vor allem über ihre Senföle. Diese regen Enzymsysteme in Leber und Darm an und unterstützen die metabolische Aktivität. Auch hier steht nicht die direkte Senkung eines einzelnen Wertes im Vordergrund, sondern die Verbesserung der stoffwechselphysiologischen Voraussetzungen. Beispiele sind Brunnenkresse, Meerrettichwurzel.
Saponinhaltige Pflanzen – Bindung statt Blockade
Eine besondere Rolle spielen Pflanzen mit Saponinen (Seifenstoffen). Sie senken Cholesterin nicht durch Hemmung der körpereigenen Produktion, sondern durch Bindung. Saponine besitzen eine hohe Affinität zu Cholesterin und Gallensäuren. Im Darm können diese gemeinsam ausgeschieden werden. Dadurch wird der enterohepatische Kreislauf reguliert, ohne die Cholesterinsynthese abrupt zu unterdrücken. Dieser Mechanismus erklärt sowohl die Wirksamkeit als auch die gute Verträglichkeit saponinhaltiger Heilpflanzen im pflanzlichen Verbund.
Beispiele sind Schlüsselblumenwurzel und Mäusedornwurzel.
Der Darm als Ausscheidungsorgan
Der Darm ist ein zentraler Ort der Cholesterinregulation. Pflanzen mit Schleimstoffen (Polysacchariden) wie indischer Flohsamen binden freies Cholesterin und fördern dessen Ausscheidung. Gleichzeitig unterstützen sie eine regulierte Darmtätigkeit, was sich positiv auf den gesamten Fettstoffwechsel auswirkt.
Schilddrüse und Grundumsatz
Auch die Schilddrüse beeinflusst den Cholesterinstoffwechsel. Eine verminderte Aktivität kann mit erhöhten Cholesterinwerten einhergehen. Pflanzliche Maßnahmen zur Stoffwechselanregung sollten hier individuell gewählt werden und setzen eine vorherige Einschätzung der Schilddrüsenfunktion voraus.
Ganzheitliche Stoffwechselaktivierung
Zusammenfassend zielt die phytotherapeutische Behandlung darauf ab:
- die Gallenbildung anzuregen
- Bauchspeicheldrüsenstoffwechsel anzuregen
- Darmtätigkeit anzuregen
- den Grundumsatz anzuregen
Diese Prozesse greifen ineinander. Ziel ist nicht die schnelle Korrektur eines Laborwertes, sondern die Schaffung von Bedingungen, unter denen sich der Stoffwechsel langfristig selbst regulieren kann.
Alternative zu Statinen: Monacolin K aus rotem Reis
So sehr ich auch den Weg über die Selbstregulation empfehle, indem ich eine Kräutertherapie vorschlage, die das gesamte Geschehen berücksichtigt und ursächlich gesundend wirkt – möchte ich für diejenigen, deren Sorgen bei einer bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung (sekundäre Prävention) überwiegen, eine Alternative zu klassischen Statinen aufzeigen.
Diese Alternative ist der Wirkstoff Monacolin K. Er stammt aus rotem Reis und ist chemisch ein Statin. Seine Wirkung beruht auf demselben Mechanismus wie bei herkömmlichen Statinen, jedoch mit deutlich weniger Nebenwirkungen oder gar keinen.
Die zugelassene Tagesdosis liegt bei etwa 3 mg Monacolin K, was einer handelsüblichen Kapsel entspricht. Einige Ärzte, die damit Erfahrung haben, empfehlen bei Bedarf bis zu drei Kapseln, was etwa 10 mg Monacolin K entspricht – vergleichbar mit 20 mg eines herkömmlichen Statins.
Eine ärztliche Begleitung ist bei diesem Schritt sinnvoll.