Nasenspray Abhängigkeit

Der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) zufolge gelten mehr
als 100.000 Menschen als Nasenspray abhängig. Dunkelziffer ist weit höher.
Ein Arzt schätzt die Zahl gar auf eine Million.
Zunächst bringen die Sprays Linderung. Wirkstoffe wie Xylometazolin oder Oxymetazolin bewirken, dass sich die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut zusammenziehen. Schnupfengeplagte können wieder frei atmen. Doch wenn die Wirkung nachlässt, füllen sich die Gefäße umso stärker mit Blut, die Nase ist stärker verstopft als vorher. „Die Rezeptoren in den Schleimhäuten werden bei längerer Anwendung hungrig nach den Wirkstoffen, und der Betroffene hat immer häufiger immer höhere Dosen nötig“, erläutert Damm. Deswegen sei es wichtig, nach spätestens einer Woche die Tropfen wieder wegzulassen.
Schon nach zehn bis 14 Tagen regelmäßiger Anwendung ist der Ausstieg schwer: Ohne Spray fühlt sich die Nase an wie zugeschweißt, kein Atemzug geht mehr durch. Ist kein Sprühfläschchen greifbar, reagieren manche Betroffene mit Herzrasen und Erstickungsangst.

Von Barbara Driessen | Veröffentlicht am 07.07.2009 in www.welt.de