Extrazelluläre Matrix

Die extrazelluläre Matrix (EZM) ist der Anteil tierischen Gewebes (vor allem im Bindegewebe), der zwischen den Zellen im sogenannten Interzellularraum liegt. Die extrazelluläre Matrix ist eine gelartige Struktur, und man teilt sie in zwei große Gruppen ein: Grundsubstanz und Fasern. Je nach Funktion des Gewebes schwankt der Anteil der Grundsubstanz zum Faseranteil.

Grundsubstanz:

einen großen Anteil der Grundsubstanz bilden Glykosaminoglykane – meist in Form von Proteoglykanen, deren Hauptfunktion darin besteht, die  einzelnen Proteinen zu verbinden. Die in der EZM enthaltene Hyaluronsäure besitzt ein extrem hohes Wasserhaltevermögen und trägt entscheidend zum Wasserhaushalt der Gewebe bei.

Faseranteil:

Zu den Substanzen, die die Gruppe der Fasern bilden, gehören eine Vielfalt von kollagenen, retikulären und elastischen Fasern. Je nach Gewebetyp kommen sie in unterschiedlicher Zusammensetzung vor.

Die extrazelluläre Matrix ist also ein Gemisch aus Grundsubstanz und Fasern, die einer gelartige Substanz ähnelt. Hyaluronsäure und Proteoglykane (Bestandteil der Grundsubstanz) binden große Mengen an Flüssigkeit. Die EZM ist kein statisches Gebilde, sondern ein „fließendes Gebilde“. Die EZM hat eine hohe Bedeutung für Festigkeit und Formgebung von Geweben sowie als Träger für Blut- und Lymphgefäße sowie für Nervenfasern. Es sorgt für Zugfestigkeit von Sehnen, Bänder, Festigkeit der Knochen sowie vor Verschleißschutz der Oberflächenknorpel der Gelenke. Genauso verhilft es anderen Gewebearten zu der nötigen Elastizität.  Ein weiteres wesentliches Aufgabengebiet besteht in der Aktivierung der körpereigenen Reparaturmechanismen durch Ausschüttung von Zytokinen. Der Interzellularraum stellt eine komplexe Ansammlung verschiedenster Makromoleküle dar, die entweder zur flüssigen oder gelartigen Grundsubstanz oder zu den Fasern gehören.
Auch wenn man bei Pflanzen ebenso einen substanzerfüllten Interzellularraum vorfindet, spricht man jedoch nicht von der extrazellulären Matrix.