Cholesterinsenker absetzten?

In der Regel sind wir Heilpraktiker sehr vorsichtig einem Herzpatienten das Absetzen eines verordneten Medikamentes zu empfehlen. Zumal für mich als Heilpflanzen Therapeut das auch erstmal nicht nötig ist. Wir können in Ruhe begleitend therapieren und abwarten bis eine Besserung eintritt, um schließlich in Absprache mit dem Arzt eine Minimierung der chemischen Gabe einzuleiten.

Insbesondere, wenn es schon eine Vorgeschichte von Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschrittmacher, Herz Op´s gibt, steht sogar der beschriebene Versuch zur Minimierung weit im Hintergrund. Hier ist es unser Ziel, das Gesamtsystem zu stabilisieren, das Immunsystem zu stärken und die Nebenwirkungen der Medikamente abzufedern. Darin liegt unsere Stärke und unser Fokus betreffend dieses Themas.
Geht es jedoch um die Einnahme von Cholesterinsenker, dann vertrete ich, viele Heilpraktiker und auch einige Ärzte einen anderen Standpunkt, was im Artikel Cholesterin ausführlich beschrieben wird (außer, wenn es sich um einen genetischen Defekt handelt). Trotzdem bleibt der Umgang mit diesem Thema für mich als Heilpraktiker in meiner Praxis heikel.

Fallbeispiel:

Eines Tages habe ich eine Anfrage um Ratschlag zum Thema Cholesterinsenker in meinem familiären Kreis erhalten.
Ich möchte Ihnen meine ausführlich briefliche Antwort zur Verfügung stellen. Vielleicht dient er ihnen, ein klareres und umfassenderes Bild darüber zu bekommen.

Ralf ist ca. 42 Jahre alt. Vor einem Jahr einen ersten Herzinfarkt. Seitdem medikamentös eingestellt (die üblichen, sowie Cholesterinsenker). Keine weiteren Vorfälle seitdem, sondern gutes Allgemeinbefinden ohne Einschränkungen.
Die Namen im Brief sind frei gewählt.

Hallo lieber Ralf,
als Julia mir erzählte, dass du die Einnahme deiner Cholesterinsenker hinterfragst und meine Meinung dazu gerne wissen möchtest, dachte bzw. sagte ich dann wohl auch, dass ich niemanden die Einnahme ausreden würde.
Ich kann als Heilpraktiker nicht diese Verantwortung übernehmen.
Es gibt sehr sensible Themenbereiche wie zB. die Begleitung von Schwangeren. Sie ist in einer Position, aus derer sie sich nicht leicht gegen gängige Empfehlungen auflehnen kann. Sie werden überhäuft mit Einnahmehinweise, als ob sie eine Krankheit haben. Wenn man einige dringendst empfohlene Einnahmeempfehlungen nachgeht und ausführlich recherchiert, dann findet man in keinster weise etwas stichhaltiges, was den Zusammenhang zu einer Krankheit des Neugeborenen begründet bzw. statistisch belegt. Die Statistiken sprechen sogar oft das Gegenteil. Man stößt vielmehr auf Machenschaften von Wirtschaft und Politik.
Wie unsinnig die Einnahme auch ist, wenn etwas passiert, bin ich als Heilpraktiker in Teufels Küche.
Viele Schwangere wissen um die strittigen Themen. Sollte aber etwas unvorhergesehenes vorfallen, und sie sind die gängigen und von „oberster Stelle“ empfohlenen Wege nicht gegangen, werden sie sich ewig Vorwürfe machen. Und somit gehen sie lieber einen Weg, an den sie eigentlich nicht glauben aber der Druck und die Angst ist zu hoch. Die Emotionen sind verständlich. Nur leider gibt es zu viele, die im Zeitalter der Kommunikation uns erreichen können und die Angst ausnützen können.
Ähnlich ist es bei Herzpatienten. Das Herz gilt in vielen medizinischen Traditionen als „Sitz der Emotionen“. Das weiß ich von der ayurvedischen – und auch von der tibetischen Medizin. Auch wenn man keinerlei Beleg hat, dass Cholesterin ein klar erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt bietet, werden die Cholesterinsenker standardmäßig verschrieben. Die Sieben Länder Studie von Ancel Benjamin Keys, die das Cholesterin als Ursache entlarvte, wurde manipuliert (sogar Wikipedia bestätigt das). Im Gegenteil gibt es weniger Herz Kreislauf Erkrankungen in den mediterranen Ländern, wo mehr cholesterinhaltige Nahrung gegessen wird. Es wurde lange Zeit so propagiert und somit an den Unis gelehrt. Für die Ärzte ist es schwer dagegen anzugehen und für die Patienten noch schwerer eben aus ähnlichen Gefühlen wie bei der Schwangeren.

Diese lange Vorrede habe ich nicht geschrieben, um mich abzusichern, sondern, um ein wichtiges Thema hervorzubringen, nämlich die Angst. Und diese lässt einen jeden nicht mehr klar denken.
Als ich im nächsten Schritt über dein Anliegen nachdachte, fiel mir folgendes ein, was dir vielleicht ein bisschen weiterhilft:

Welchen Weg du auch gehst, du hast ein Risiko:

  • Gehst du deinen Weg weiter mit den Cholesterinsenker (Statine), dann gibt es über die Jahre ein kleines oder großes Risiko, je nachdem wen du fragst.
  • Wendest du dich von ihnen ab, nicht abrupt, sondern ausschleichend mit Hilfe pflanzlicher Unterstützung, so trägst du auch ein Risiko. Ein kleines oder großes, je nachdem wen du fragst.

Über das Risiko der langzeitlichen Einnahme von Statine reden mittlerweile schon einige Ärzte. Ich habe es schon vor 15 Jahren im Unterricht von meinem Phytotherapie Lehrer Klaus Krämer gehört. Er hat dringend von der Einnahme der Statine abgeraten. Im Laufe seiner 50 jährigen Praxis konnte er verfolgen wie die Obergrenze des Cholesterin Wertes immer weiter heruntergeschraubt wurde. Schulmedizinisch war er sehr bewandert und erklärte wie sie in die Stoffwechsel Vorgänge massiv eingreifen und schließlich im Gehirnstoffwechsel, da sie die Blut – Hirnschranke überschreiten. Mittlerweile sprechen auch einige Ärzte davon. Sie sprechen von erhöhtem Schwindel, Vergesslichkeit, Demenz, Muskelschwund, … Andere wiederum bestreiten das.

Die Naturheilkunde bzw. für mich mein sehr geschätzter Lehrer Klaus Krämer, weißt auf die Komplexität der Vorgänge hin, die wir nur ansatzweise bisher erforscht haben. Da sollte man vorsichtig sein mit synthetischen Mittel hineinzupfuschen. Vor einigen Jahrzehnten sprach man nur vom Cholesterin, schließlich von HDL und LDL. Bei diesen beiden Parameter hören heutzutage die Untersuchungen auf. In den letzten Jahren ist man aber schon auf weitere Unterscheidungen gekommen. Es gibt LDL Gruppen, die durch die Umwandlung von zuviel an Zucker entstehen und die anscheinend die Gefahr der Ablagerungen mit sich bringen. Von dem LDL, das im Laborbefund steht, kann man das anscheinend nicht sagen. Es wird besonders für die Nerven, Vit. D Synthese, Reparaturen, .. gebraucht und daher wird die künstliche Senkung irgendwann ihre Folgen haben.

Klaus Krämer:

„Jedes Medikament, das mit einem Einzelstoff wirkt, verdrängt. Es sind nur Nottropfen. Danach schleunigst absetzen. Denn wir funktionieren nach dem Ausgleichsprinzip. Komplexe Vorgänge muss man komplex angehen. In der Natur gibt es keine Einzelstoffe. Wenn irgendwo der Pillenbaum stehen würde, würde ich gerne Pillen verschreiben. Gibt s aber nicht. Also Apfelsinen. Nur wenn´s nicht anders geht, im Ausnahmefall.“

Das kann alles sinnig klingen aber auch hier kann ich am Ende nur sagen, „weiß man´s denn wirklich?“
Also was machen bei dem hin und her?

Ich sehe zwei Dinge:

  • Da du kein Fachmann bist, ich bin´s nicht, der Arzt ist´s auch nicht, hilft nur der gesunde Menschen Verstand.
  • Und zum zweiten musst du für dich klären, wohin du dich positionierst.

Aus einem gesunden Menschenverstand hat der berühmte Arzt Virchow folgendes gesagt:
„Selbstregulation ist elementares Grundprinzip der Natur und jeglichen Lebens“

Dazu passt was Klaus Krämer sagte, dass man mit mit einer dauerhaften Gabe von Einzelstoffen, die Selbstregulation stört. Man schiebt permanent von der einen Seite an und so kann es nur zu einem Ungleichgewicht kommen. Ein Regelkreislauf, der aufs feinste aufeinander abgestimmt ist (alles hat seinen Antagonisten) wird gestört.

Wohin positioniere ich mich?

Wenn die Schulmedizin mir in meiner Not eine Krücke schenkt, die mich weiter aktiv sein lässt, kann ich doch nur dankbar sein. Vor 100 Jahren war das alles nicht möglich, und ich hätte nur noch im Bett sein können oder wäre frühzeitig verstorben. Dann wäre ich doch ein Tor, wenn ich mir Gedanken mache, dass sich mein einer Muskel durch den Gebrauch der Krücke mehr und mehr verkürzt. Ich nehme also für das wichtigste, nämlich weiterhin am Leben zu sein, Nebenwirkungen selbstverständlich in Kauf. Konkret gesagt können das Blutverdünner sein, Blutdrucksenker, …
Oder siehst du dich in der Position, dass du noch 40, 50 Jahre vor dir haben kannst?
Dein Organismus hat noch alle Kraft der Selbstregulation. Entscheidest du dich ihm den Raum dazu zu geben? Konkret hiesse das zB. statt die Cholesterin Produktion künstlich zu manipulieren, auf den Leberstoffwechsel mit Pflanzen zu wirken. Denn er ist verantwortlich für eine massvolle Produktion des Cholesterins. Die Leber ist die Chemiefabrik des Körpers. Da sie ua. für die Entgiftung von Toxinen verantwortlich ist, belastet sie jegliche Chemie (kennt sie seit 10 Tausenden von Jahren nicht) und man kann sie per se nicht mit chemischen Mittel therapieren. Regt man den Blutfluss und den Gallenfluss an, entlastet man sie, und sie verbessert ihre Fähigkeit Stoffe umzuwandeln, Cholesterin im richtigen Masse zu bilden, … Und natürlich ist man mit einer komplexen Behandlung im ganzen System und natürlich auch bei einer Entlastung des Herzens, deren die Leber vorgeschaltet ist.

Mir ist klar, dass mein Schreiben natürlich eine der Richtungen mehr fördert. Bin ich doch eher fasziniert von den Selbstregulationskräften, in deren Förderung ich mich versuche zu Schulen.
Insgesamt ist es einfach gut, sich eine Sache aus verschiedenen Blickwinkel zu betrachten. Ich hoffe dazu habe ich angeregt.

liebe Grüße und Danke, dass du an mich gedacht hast bei einem so schwierigen Thema.
Peter

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